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Der gesprächige Zeuge - Peters Blog

Der gesprächige Zeuge

Ein Mann ging in eine Tierhandlung und beabsichtigte ein Tier zu kaufen, alles außer einer Katze war ihm fast alles recht. Es sollte nur nicht über eine Straße laufen können, so wie sein letztes Katerchen, ein ganz Schwarzer, den er so geliebt hatte, und trotzdem ist es eines Abends passiert. Der kleine Kater, gerade mal knapp anderthalb Jahre alt, wurde angefahren, schleppte sich nur mit den Vorderpfoten vorwärts ziehend in seinen geliebten heimischen Garten und starb noch am selben Abend.

Nein, einen solchen Kummer wollte er sich nicht noch mal antun, so sehr er auch Katzen mochte.

Es sollte ein Tier sein, was er lieb gewinnen konnte, aber nicht weglaufen konnte.

Der Inhaberin der Zoohandlung, die immer ein kleines Hundchen mit sich herumtrug,  erklärte Hans, so hieß der Mann, sein Ansinnen. Die gute Frau verstand ihn sofort und schloss Hund und Katze daher natürlich aus, auch bei Reptilien verzog Hans das Gesicht, Fische im Aquarium war auch nicht sein Ding, ebensowenig Käfigtierchen wie Hamster, weiße Mäuse etc., mit Schlangen wollte er sich auch nicht anfreunden.
Da zeigte die Frau auf einen großen Käfig, in dem ein bunter großer Vogel auf einer Stange saß und Hans mit schiefen Kopf anschaute – ein Papagei.  Der gefiel ihm.

Die Inhaberin sagte, dass sie das wunderschön bunte Tier, übrigens eine Rotschwanzamazone,  erst kürzlich rein bekommen hatte, quasi aus einer Haushaltsauflösung. Die vermögende hochbetagte Besitzerin hatte den Papagei schon einige Jahre, aber eines Morgens war sie friedlich eingeschlafen, mit auf dem Bauch gefalteten Händen, ganz christlich.
Ihr Enkel Gerry  hatte den Vogel zu ihr gebracht und wollte noch nicht mal was dafür haben. Sehr edel, meinte die Frau.
“ Und sprechen kann er auch, das schöne Tier „, sagte die Frau. “ Guten Tag „, „Guten Tag “ krächzte der Papagei nach.  “ Mir gehts gut „, setzte er von sich aus dazu.

“ Den nehme ich,  ich denke, so ein kluges Tier ist das richtige für mich „, sagte Hans. Das freut mich, sprach die Chefin, drückte ihm eine Broschüre über Papageienhaltung in die Hand und versorgte ihn auch mit Papageienfutter.

Die nächsten Tage gewöhnte sich der Papagei prima an sein neues Zuhause bei Hans und dieser hatte den Vogel auch schon einige Male aus dem Käfig gelassen, was jener für ausgiebige Rundflüge nutzte, soweit es die Wohnung zuließ. Und immer krächzte der bunte Vogel “ Danke „,das hatte offenkundig seine frühere Besitzerin ihm beigebracht. So nach und nach kam Hans über seinen Katzenjammer ein bisschen hinweg.

Eines Nachts schreckte Hans aus dem Schlaf auf – der Papagei hatte extrem laut “ Gerry, Gerry ,lass mich, bringst mich um „, gekrächzt.    Und das wiederholte er mehrfach. Dabei schlug er mit den Flügeln immer und immer wieder in seinem Käfigzuhause.
Die nächste Nacht wiederholte sich das, bis der Vogel sich beruhigt hatte und auch Hans  dusselte irgendwann wieder ein. So ging das vier Nächte, Hans machte sich langsam Sorgen um den schönen Vogel.  Nur am Tag war alles okay, der Papagei krächzte ständig “ Danke “ und “ Mir gehts gut „, wenn Hans sich mit ihm befasste und mit ihm sprach.

Was bedeutete also das Geschrei des Papageis mitten in der Nacht?

Gerry – so hatte die Inhaberin der Zoohandlung den Vornamen des Enkelsohns benannt. Die zwei Wörter “ lass mich “ deuteten darauf hin, dass die alte Dame irgendwie bedrängt wurde, gar festgehalten wurde.

Und die Worte “ bringst mich um “ konnte man kaum anders deuten, als dass der alten Frau Gewalt angetan wurde, und das von Gerry, ihrem Enkel.

Hans grübelte und wusste nicht so recht, was er davon halten sollte. Sein Papagei sprach das doch nicht einfach von sich aus, die Worte muss er vorher gehört haben. Ganz klar!  Er musste noch mal mit der Inhaberin der Zoohandlung reden, vielleicht hatte sie mehr Informationen.

Die gute Frau sprach nicht sehr positiv von dem Enkelsohn Gerry, nannte ihn einen geldgierigen Schnösel, immer irgendwelche Weibergeschichten, der von ehrlicher Arbeit nichts hielt. Klar, er fuhr seine reiche Oma oft zu ihrem Laden, wenn die gute Frau Papageienfutter besorgen musste. Aber Gerry war nur noch der einzige Verwandte, den sie hatte, nachdem die Tochter, Gerrys Mutter an Brustkrebs und der Schwiegersohn kurze Zeit danach bei einem Autounfall gestorben waren. Manche hatten gemeint, Gerrys Vater hätte mit dem Unfall Selbstmord begangen, weil er über den Tod seiner Frau nicht hinweg gekommen war.
Sei es wie es sei, der plötzliche Tod seiner Oma, die vor Gesundheit strotzend bekannt war, machte Gerry offenbar zu einem reichen Mann, was man so hört, und die Inhaberin hörte viel. “ Kann es sein, dass er beim plötzlichen Ableben seiner Oma etwas nachgeholfen, weil er nicht mehr auf das üppige Erbe länger warten wollte? “ sagte der Mann. Tja seltsam war das schon, wo doch die Oma trotz ihres Alters noch vor Gesundheit strotzte, entgegnete die Inhaberin, doch ein Arzt hat auf dem Totenschein Herzversagen festgestellt. Nun liegt die gute Frau neben ihrem viel zu früh gestorbenen Mann auf dem Friedhof.

Die folgenden Nächte wurden ruhiger, der Papagei schrie nur noch ein paar Mal, anscheinend trat bei dem schmucken Tier das offenkundig Erlebte nach und nach in den Hintergrund. Wer kann schon die Albträume eines Tieres nachvollziehen.

Tage später fiel Hans eine Zeitungsnotiz auf, dass ein gewisser Gerry… auf einer Landstraße mit 200 Sachen mit seinem Porsche gegen einen Baum gekracht ist.
Auch eine Art Gerechtigkeit dachte Hans.

Nachsatz 

In Deutschland werden fast hundert Prozent aller Tötungsdelikte aufgeklärt. Aber das betrifft nur die Gewaltverbrechen, die den Ermittlungsbehörden bekannt geworden sind.
Und was ist mit den unbekannten?
Die gute Aufklärungsquote ist eine unrealistische. Kenner der Materie gehen davon aus, dass Tag für Tag bei  drei bis zehn verstorbenen Bürgern fälschlicherweise eine natürliche Todesursache bescheinigt wird. Jeden Tag werden mindestens drei Menschen umgebracht, ohne dass das bemerkt wird. Hochgerechnet sind das bis zu tausend nicht entdeckte Tötungsdelikte pro Jahr. ( Quelle : Das Kriminalmagazin Nr. 8 August 2018 “ Perfekte Morde sind längst alltäglich „)
Paradebeispiel ist der Fall einer Ärztin, die Stichwunden im Rücken nicht sah, weil sie die Leiche nicht mal umgedreht hat. Erst der Bestatter hat es gemerkt.

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