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Wie Bücher ein Leben begleiten - Peters Blog

Wie Bücher ein Leben begleiten

Ich fühle mich zwar noch ziemlich fit, vor allem geistig, gleichwohl kann ich nicht leugnen, dass 66 Jahre an einem Körper nicht spurlos vorüber gehen. So wie es Mike Essig. so köstlich formuliert hat : “ Ich kann nicht mehr hoch springen, aber ich falle besser als je zuvor „. Doch über irgendwelche Gebrechen will ich nicht schreiben, auch nicht über Höhepunkte, Fehler, Enttäuschungen, die man in all den Jahren erlebt, besser gesagt durchlebt hat.

Nein, ich möchte schildern, wie Bücher mein Leben geprägt und begleitet haben.

Es lässt sich nur schwer beschreiben, warum man zu Büchern hingezogen ist. Bei anderen Kindern sind es Spiele, Tiere, Modelleisenbahn und noch sonst was.
Mich hat das Ding mit zwei Pappdeckel und zig Papierseiten dazwischen von klein auf fasziniert, weil es so unheimlich neugierig machte, was da alles auf diesen vielen Blättern mit zu Wörtern zusammen gesetzen Buchstaben erzählt und beschrieben wird.

Es gibt viele Bücher und damit auch Autoren, die mein Leben begleitet haben, aber ich will aus der Masse gelesener Bücher vier ( 4 )Schriftsteller besonders herausheben, die mich nachhaltig beeinflusst haben.

Nostalgischer Rückblick 

An erster Stelle steht Anfang der sechziger Jahre ein Amerikaner, von dem ich nach seinen zwei herausragenden Büchern um zwei jugendliche Hauptakteure noch andere Werke gelesen habe. Die Rede ist natürlich von Mark Twain  und seine Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich diese zwei Bücher gelesen hatte, als Kind in den ersten Schuljahren habe ich mich regelrecht gedanklich in diesen zwei Helden bewegt und Romanszenen nachgelebt. Huckleberry Finn war als Jugendbuch schön illustriert gestaltet. Rückblickend kann ich sagen, dass in punkto Kinder -und Jugendbücher zu DDR -Zeiten einiges herausgebracht wurde. Ich glaube, es war gewissermaßen eine Zeit des aufgeklärten und nicht wie später des bornierten, machterhaltenden Sozialismus.

Gleichwohl kann ich es mir nicht verkneifen zu erwähnen, wer da alles als Kind und Jugendlicher meinen Leseweg kreuzte : Jules Verne, Robinson Crusoe, Musketiere, Schatzinsel, Graf von Monte Christo, Indianerbücher, angefangen mit dem Letzten Mohikaner, Mary Shelley mit ihrem Frankenstein, Charles Dickens usw. u. sofort. Ich habe ( fast ) alles durch.

Was ich vor 1989 nie in Buchhandlungen gefunden habe, war Karl May. Ob das an seinen “ Lügen -Romanen „, also rein erfundene Geschichten über fremde Länder, in denen er nie war, gelegen haben soll, ich kann es nicht beantworten, obwohl die DDR -Obrigen auch dauernd tolle Planerfüllungen erlogen haben. Tatsache ist, dass ich einige Bücher von Karl May gelesen habe, die mir ein Freund als Exemplare aus dem „Westen“ ausgeliehen hatte. Dabei lag das Karl -May -Museum schon immer in Ostdeutschland, in Sachsen wenn ich nicht irre.

Dann kam Mitte der 60er Jahre meine kriminale Phase, nicht kriminell wohlbemerkt, denn ich kam über Edgar Allan Poe ( Mord in der Rue Morgue u. a. ) zu Arthur Conan Doyle  und seinem Sherlock Holmes. Diese Geschichten habe ich verschlungen und es gelang mir, eine von einem Verlag herausgegebene Taschenbuchausgabe in fünf. Einzelbänden nach und nach zu ergattern. Innerlich war ich stolz wie Bolle.

Dies war im Ergebnis der Beginn meiner lebenslänglichen Leidenschaft für gute Kriminalliteratur. Und ich habe schnell mitgekriegt, was das Wort Literatur verdiente und was nur billiges Geschreibsel war.

In meinem Beitrag Erinnerungen im Bücherschrank habe ich meine nostalgische Begeisterung schon mal niedergeschrieben.

Doch einer funkte immer wieder in meine kriminale Laufbahn dazwischen, und zwar Stanislaw Lem  . Ich hatte ja in all den Jugendjahren auch mal was Utopisches gelesen, doch Lem war etwas anderes. Er erfand nicht vordergründig fremde Welten, Raumschiffe, die mit Lichtgeschwindigkeit durch das All flogen, Außerirdische von gigantisch weit entfernten Planeten, nein er versteckte in seinen Büchern weltanschauliche Probleme ,wie ich das interpretieren würde. Irgendwo habe ich mal gelesen, und dem kann ich zustimmen, dass Lem philosophische Science-Fiction geschrieben hat. Neben SF schrieb er auch etliche Werke wie Summa Technologiae und Philosophie des Zufalls, nicht einfach zu lesende Abhandlungen über Futurologie, Kypernetik und Philosophie.

Nach der Wende setzte sich meine nicht durchgängige Science-Fiction Phase noch ein Weilchen fort und ich machte auch Bekanntschaft mit Größen wie z.B. Isaac Asimow. Doch meine kriminale Natur setzte sich wieder durch, als mir der erste Kriminalroman von Ian Rankin  im Oktober 2002 in die Hände fiel. Es war der Titel Verschlüsselte Wahrheit , doch als ich diesen Krimi angelesen hatte, bestellte ich mir bei Amazon alle schon vorher herausgekommenen Bücher, einschließlich des ersten Verborgene Muster .
Ich war besessen von den Rebus -Krimis und mir ist seit 2002 kein neues Buch von Ian Rankin entgangen.

Da war doch aber noch wer? Natürlich Michael Connelly, den ich fast zeitgleich mit Ian Rankin entdeckt habe. Und später tauchten noch andere Autoren auf wie beispielsweise Mo Hayder, Jussi Adler -Olsen, Michael Slade. Nur schade, dass von Slade bisher nur drei Übersetzungen ins Deutsche existieren. Festa -Verlag, wie wäre es wieder mal mit einer vierten Übersetzung?

Die Krimi -Landschaft ist sehr bevölkert, fast überbevölkert in heutiger Zeit und es ist schwer den Überblick zu behalten. Aber eigentlich war es das schon immer. Deshalb habe ich mich bereits vor Jahren entschieden, nicht jedem Krimischriftsteller zu folgen, weil es keimen Sinn macht, Bücher ins Regal zu stellen, obwohl man weiß, dass man sowieso nie dazu kommt die zu lesen.

In Internet -Zeiten ist es trotzdem nicht schwierig auf dem Laufenden zu bleiben, zumindest zu wissen, welche Autoren neu auf den Buchmarkt kommen. Gelegentlich nehme ich mal eine Zeitschrift in einer Buchhandlung mit, das ist die klassische Methode. Wenn mich was besonders interessiert, dann mache ich mich schlauer z.B. bei Amazon, was eine Art riesiges Nachschlagewerk ist. Oder frage Google oder besuche eine spezielle Webseite wie Krimiscout. Kein Vergleich mehr mit Vor-Internet -Zeiten.

Zum Schluss noch ein köstliches Zitat.

Smartphone Zompies stolpern durch das Land ( Mike Essig )

Ist klar, welche Zeitgenossen gemeint sind.
Viele von diesen verziehen angewidert das Gesicht, wenn man ihnen sagt, sie sollten mal ein Buch lesen.

Mittlerweile haben sie Taschen -Supercomputer, die stärker sind als jene, die die NASA auf den Mond brachte. Anstatt sie dazu zu benutzen, um sich zu bilden, neue Entdeckungen zu machen, wissbegierig durch die Welt zu reisen oder sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun, benutzen sie sie, um Games zu spielen.
Das macht mich traurig und wütend zugleich. Zum Glück gibt es noch genug Menschen, die gute Bücher lesen, auch wenn es zunehmend Ebooks sind.

Trotzdem geht nichts über ein spannendes Buch, was man anfassen und auch mal streicheln kann.

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