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Wenn man älter wird... - Peters Blog

Wenn man älter wird…

macht man sich so seine Gedanken .Kürzlich wollte ich meine Frau von der Arbeit in einem Pflegeheim abholen, aber in dem auf der Strecke liegenden Markt noch schnell was einkaufen .
An der Kasse war vor mir eine alte Frau, die umständlich langsam ihre Sachen vom Band wieder in den Einkaufswagen packte und dann noch langsamer ihre Geldbörse aus der Handtasche hervor kramte und endlich den geschuldeten Betrag raussuchte. Dabei auch noch darauf bedacht, das Geld möglichst passend hinzuzählen .
Meine Güte, ich verdrehte die Augen, das dauerte alles, ich sah schon dem Anschnauzer meiner Frau wegen meiner Unpünktlichkeit entgegen.
Die alte Dame, ich verwende jetzt bewusst nicht mehr alte Frau, drehte sich zu mir um und sagte : “ Junger Mann ,ich merke Ihre Ungeduld, aber mit 91 geht’s nicht mehr so schnell .”
Ich zeigte ein freundliches unschuldiges Gesicht und murmelte Verständnis . Wie meistens üblich mit Karte zahlend war ich schnell hinter ihr her und sah sie mit dem Einkaufswagen auf einen BMW, wenn auch nicht mehr das neueste Modell, zusteuern . Sie bemerkte mich und ich sagte besorgt, ob sie denn selbst fahren wolle . Ihre Antwort : “Junger Mann , ich kann doch noch besser fahren als laufen . Letztens war ich erst bei meiner Tochter in Kassel, aber die 80 Kilometer über die Bundesstraße, auf der Autobahn rasen alle wie die Bekloppten .” Aber so lange der Gehirnskasten mitmacht, hält mich keiner davon ab, setzte sie hinzu .
Ich äußerte meine Bewunderung und dachte gleichzeitig daran, dass meine Kfz Versicherung mir einen satten Zuschlag bescherte, als ich jetzt 65 wurde . Als ob ich mit 64 noch besser gefahren wäre . Danke auch . Versicherungen und Banken, alles die gleiche Abzocke .
Wünschte der guten Frau alles Gute und “vielleicht sehen wir uns hier wieder “, was sie damit erwiderte, ich sollte nur immer rege im Kopf bleiben, dann kann man die körperlichen Gebrechen schon im Griff behalten . Sie lese immer Bücher und höre Hörbücher, auch mal von einem Nickerchen unterbrochen, das hält den Denkapparat in Bewegung .
Da konnte ich ihr nur zustimmen, ich wähnte mich in der richtigen Spur .
Ich schaffte es gerade noch so ohne Anschiß meine Frau abzuholen und sie schimpfte wie so oft über den einen oder anderen Heimbewohner , der sich nicht benehmen konnte oder rumschnauzte, über eine Kollegin, die schon wieder krank machte und ihre Schicht von anderen übernommen werden musste . Na ja, du kriegst doch ne fette Einspringprämie von 20 Euro brutto pro freien Tag, den du opferst, wir werden bald nicht mehr wissen wohin mit dem vielen Reichtum, sagte ich schelmisch . Meine Frau schaute gar nicht so, ihr tat wieder mal das Kreuz weh .


Da ich etwas die Arbeit meiner lieben Frau kenne, kriege ich immer einen Lachkrampf, wenn ich höre, die Regierung will dem sogenannten Pflegenotstand begegnen, das machen die schon 20 Jahre . Und was ist dabei rumgekommen ? Nur Flickkram . Anders kann man das Rumgewurschtel in den letzten Jahren nicht bezeichnen .
Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass bei den Regierenden gar kein Vermögen besteht, zu begreifen und nachzuvollziehen, dass eine gemeinschaftliche Fürsorge für alte Menschen genau so wichtig ist wie Schulbildung und Berufsausbildung .
Sonst würden sie begreifen, dass die Beseitigung des sog . Pflegenotstandes nur zweier Dinge bedarf, und zwar 1. eine leistungsgerechte Bezahlung, wobei die Betonung auf leistungsgerecht und motivationsfördernd liegt, und 2. der Aufbau eines Personals, was die angemessene Entlohnung auch rechtfertigt . Es muss eine Aufwertung des Pflegeberufs vonstatten gehen .
Betreuung, Pflege oder immer wie man es benennen will, alter Menschen besteht nicht vorrangig im Händchen halten und freundliches Anlächeln der Oma oder des Opas . Das ist oft genug Schwerstarbeit und auch Drecksarbeit , ich sage nur Inkontinenz . Und unterbezahlte Arbeit ohnehin .
Solange die Obrigen aber nicht kapieren, dass vorallem gerade Pflege (auch in Krankenhäusern) mit kapitalistischen Prinzipien, die in der Wirtschaft ohne Zweifel richtig sind, nicht vereinbar ist, wird sich am sog. Pflegenotstand nicht viel ändern .
Um es anders auszudrücken : Streben nach möglichst hohem Profit und Geringhaltung der Kosten ist mit medizinischer und Altenpflege nicht vereinbar .
Der soziale Faktor muss an allererster Stelle stehen, nicht der Gewinn -Kosten -Faktor .
Solange ich meiner Sinne noch Herr bin, werden mich deshalb keine 100.000 Pferde in ein Pflegeheim kriegen, wenn es in der Birne matschig ist, kann es mir eh wurscht sein .
Bis dahin werde ich mir weiter Gedanken machen und diese aufschreiben .

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