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Warum Erdogan nichts mit Pokemon Go zu tun hat, aber sehr daran erinnert - Peters Blog

Warum Erdogan nichts mit Pokemon Go zu tun hat, aber sehr daran erinnert

Letztens hatte ich einen Traum.

 

Eigentlich eine ganze Reihe von Träumen!

 

Ich sah zig Tausende Pokemons durch die Straßen rennen, aber was mich erschreckte, war die Tatsache, dass alle die türkische Flagge schwenkten und lauthals Erdogan, Erdogan schrien, das weitere konnte ich nicht verstehen, da ich nicht der türkischen Sprache mächtig bin.

Was mich aber auch verwunderte, hinter den Pokemons liefen Abertausende Leute hinterher mit Handys in der Hand und merkten um sich herum gar nichts ( außer sie krachten gegen einen Laternenpfahl, was gelegentlich vorkam ). Denn diese hinterher laufenden Menschen, sie sahen jedenfalls so aus, orientierten sich nicht an der Realität, sondern nur daran, was ihre Handy-Displays anzeigten.

 

In dem Moment wurde mir klar, der türkische Sultan Erdogan, Verzeihung ich meinte Präsident,  kann mit diesem komischen Spiel namens Pokemon Go nichts zu tun haben.

 

Und in dem Augenblick wurde ich munter und dachte, noch so mit Gähnen beschäftigt, na ja, dieser Klamauk wird wohl bald vorbei sein. 

 

Warum ich mir Gedanken um ausländische Blogger mache?

 

Ist der Albtraum wirklich schnell vorbei?

 

Tatsache ist, dass es derzeit in der Türkei wohl weniger um die Jagd nach Pokemons geht, sondern vor allem um die Jagd auf reale Menschen.

Ich maße mir nicht an, die Türkei und die dort lebenden Menschen nach ein paar Urlaubsaufenthalten in den vergangenen Jahren wirklich zu kennen, aber meine Lebenserfahrung reicht allemal dazu aus um zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können.

 

Und da habe ich bei dem Namen Erdogan  schon seit langen kein gutes Gefühl, nicht erst seit Jan Böhmermann sein Ziegenf…gedicht über Herrn E. ( ich erspare mir zukünftig dauernd den vollen Namen auszuschreiben ) ergoss und dieser seinen zahlreichen Strafanzeigen in und außerhalb der Türkei eine weitere, diesmal wegen “ Majestätsbeleidigung “ ( § 103 StGB-BRD ), eine weitere hinzufügte. 

Kein Mensch in Germany, außer vielleicht paar Juristen, wusste noch, dass es diesen seltsamen Paragraphen überhaupt noch gibt.  Nun wissen es alle, dank Herrn E. und sicher seinem gut bezahlten deutschen Anwalt.  Für Geld machen manche ( die Betonung liegt auf manche ) Anwälte halt jede Sch… mit. 

 

Es bedurfte nicht erst eines sog. Putsches, um dieses ungute Gefühl gegen Herrn E. bei mir hervor zu rufen, sein Handeln in den letzten Monaten reichte völlig aus.  Ich habe nie verstanden, wie aggressiv man gegen ein Volk, was nun mal zum Teil in der Türkei lebt, vorgehen kann. Das wäre das selbe, als ob man die Sachsen, nur weil nicht jedem deren Dialekt passt, permanent bekämpfen würde.  Oder sein Verständnis von parlamentarischer Demokratie und den Umgang mit der Immunität von Abgeordneten.  Die wird gleich fraktionsweise aufgehoben.   

Ein Parlament ist nur gut, wenn es das beschließt, was Herr E. will.   Wahlen sind nur gut sofern Herr E. gewählt wird, ansonsten werden sie wiederholt. Und am besten gleich missliebige Parteien verboten.  Jene Türken, die ne andere Meinung haben, werden diffamiert, nur Herr E. ist der Hüter der Demokratie, was immer das auf türkisch heißen mag. 

Nur ein toter Kurde ist ein guter Kurde. 

 

Genug,  mir kommt das Essen von vorgestern wieder hoch. 

 

Dem von mir geschätzten Jürgen Todenhöfer muss ich daher widersprechen,  wenn er sich in einem FB – Post um einen fairen Umgang mit der Türkei  stark macht.  

 

Dem begegne ich schlicht und einfach mit dem Argument, dass die Türkei als Volk und als Staat nicht das Problem ist, sondern wen es sich als Staatsoberhaupt auserkoren bzw. gewählt hat.  Denn der Oberhäuptling eines Landes bestimmt nun mal ( direkt oder indirekt ) die Geschicke eines Staates.

 

Jürgen Todenhöfer, weshalb soll ich bitte schön mit Herrn E. und  seinen “ Fans “ fair umgehen?  Tut er das mit Andersdenkenden?  Er nimmt doch den Putsch nur als Vorwand, um nunmehr ungehemmt gegen politische Gegner vorzugehen, was er vorher nicht so unverblümt konnte.

 

Aber ich will keine politische Abhandlung schreiben, sondern als Blogger interessiert mich vorrangig nur

 

Wie wird mit der Meinungsfreiheit umgegangen? 

 

Damit bin ich dabei angelangt, was mich bei dem Gedanken an Herrn E. ständig umtreibt.

 

voltaire

 

Denn seit ich lesen gelernt habe, bin ich ein Fan des geschriebenen Wortes  und von jenen, die es aufs Papier bringen. 

 

Robinson Crusoe, Tom Sawyer und Huckleberry Finn,   und etwas später die Schreiberlinge John Grisham, Ernest Hemingway,  Ian Rankin  und etliche andere waren aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.  

Leider habe ich das Bloggen aus heutiger Sicht sehr spät für mich erkannt, ich wünschte ich hätte es früher entdeckt. 

Aber ich habe das Bloggen entdeckt, lieber spät als nie. 

Und deshalb kann es mir nicht am Arsch vorbei gehen, mit welcher Aggressivität die Erdoganitis selbst bei hier in Deutschland lebenden Türken um sich greift. 

Da wird Herr E. sogar immer frecher und regt sich auf, dass er bei der Jubeldemo am letzten Julitag in Köln nicht live seinen Sülz über die versammelten Massen ablassen konnte. 

Eine türkische Akademikerin, die das in ihrer Heimat nicht mehr ertragen kann, spricht sogar davon, dass “ eine kollektive Gehirnwäsche stattfindet. “ 

Mir ist wichtig, dass jeder vernünftig denkende Mensch versteht, hier geht ein Prozess vor sich, der  mit der  Abwehr von Auswirkungen eines dilettantischen Putschversuches nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, sondern um die Ausschaltung aller Kräfte, die dem Herrn E. in die Quere kommen könnten.

 

Abgesehen von der “ Säuberung “ des Staatsapparates betrifft das eben gerade auch Journalisten, Schriftsteller, Blogger, also die Personen, denen die Verbreitung von Anschauungen, verschiedenen Sichtweisen, Meinungen  am Herzen liegt.

Die werden angeschwärzt, ihrer Lebensgrundlage beraubt, eingesperrt.

Adolf Nazi lässt grüßen.

Deshalb kann ich meinen Mund nicht halten, denn Meinungsfreiheit wird hierzulande viel zu sehr als Selbstverständlichkeit angesehen.   

Vor einigen Monaten hatte ich einen Artikel unter der Überschrift  Peitschenhiebe vs. freie Meinungsäußerung  geschrieben, wobei es mir auch vorrangig um das Schicksal des Saudi-Bloggers Raif Badawi ging. Er muss immer noch in einem Kerkerloch in Saudi-Arabien vor sich hin siechen.

 

Ich befürchte, ein ähnliches Schicksal könnte auch türkischen Journalisten und Bloggern widerfahren, wenn die fortschrittliche Staatengemeinschaft dem Despoten vom Bosporus nicht endlich klar Einhalt gebietet. 

Bleiben wir als Blogger wachsam!

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