Mörder unterm Schutz der Rechtsstaatlichkeit

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Ich möchte  dir liebe Leserin, lieber Leser eine wahre Geschichte  zumuten, die ans Herz gehen kann.

Stell dir vor, du hast eine Tochter, die für dich und deinen Partner das Glück auf Erden ist. Sie wächst heran, ist klug und bildhübsch, du würdest dir für dein Töchterchen einen Fuß oder eine Hand abhacken.

Ein Schwein von Mensch findet deine Tochter auch toll, aber mit ganz anderen Beweggründen. Dieses Schwein trifft zufällig, die Möglichkeiten sind zigfach denkbar, auf deine Tochter im zarten Alter von 17 und hat nichts anderes in seinem kranken Gehirn, als dein Töchterchen brutal zu vergewaltigen. Um seine schweinische Untat zu vertuschen, sticht er deine Tochter mit einem Messer zu Tode.

Dieser Mörder wird durch emsige Kriminalisten schnell ermittelt und vom Gericht zu lebenslänglich verurteilt. Doch obwohl er selbst weiß, dass er der Vergewaltiger und Mörder ist, legt er Revision ein als einziges Rechtsmittel bei solchen Verbrechen. Der Bundesgerichtshof hat was an dem Urteil rumzumäkeln und schickt die Akten zurück zum Landgericht. Dessen Richter entdecken nun tatsächlich Zweifel an der Schuld und sprechen den Mörder frei.

Der Gerechtigkeit ist Genüge getan 

Mitnichten, du kannst dich damit nicht abfinden, dass niemand für den sinnlosen Tod deiner Tochter büßen soll, du gehst seelisch, körperlich und beruflich daran kaputt.

Doch du willst das nicht akzeptieren. Du nimmst dir einen Anwalt und noch einen, deine finanziellen Reserven schwinden dahin, aber deine Hartnäckigkeit zeigt Wirkung, nachdem die DNA Untersuchung in der Kriminalistik Fuß gefasst hat, lassen sich die Ermittler auf eben diese ein mit dem Ergebnis, der freigesprochene Mörder ist zweifelsfrei der richtige Mörder.

Endlich, so glaubst du, wandert dieses Schwein hinter Gitter.

Denkste!

Der Zug ist abgefahren, die rechtsstaatliche Strafprozessordnung von 1877 (!)lässt das, nur in realitätsfernen Ausnahmefällen, wie ein spätes Geständnis, nicht zu.

Ne bis in idem 

Wer freigesprochen wurde, kann nur in den engen Ausnahmefällen des § 362 StPO noch mal vor Gericht gestellt werden. Das DNA-Verfahren als Krönung der Wissenschaft und objektives Beweismittel im Gegensatz zum Geständnis als subjektives Beweismittel gehört in Deutschland, anders beispielsweise in Österreich und England nicht dazu.

Bemühungen um eine zeitgemäße Änderung des genannten Paragraphen sind in den letzten Jahren immer wieder in der Versenkung verschwunden.

Ich habe dieses Szenario nicht einfach so aus der Luft gegriffen, sondern ein derartiges grausames Martyrium des Verlustes der Tochter ist dem inzwischen über 70 Jahre alten Herrn Hans von Möhlmann widerfahren. Das Verbrechen an seiner Tochter Frederike geschah 1981.

In der Zeitschrift “ Stern -crime “, aktuelles Heft Nr. 13, stand Hans von Möhlmann zu einem Gespräch zur Verfügung, schilderte, wie ein Vater ein solches Geschehnis fast nicht aushält. Besonders krass die Situation, als vor vier Jahren das DNA -Ergebnis vorlag und damit die Gewissheit, dass der Mörder unbehelligt weiter auf freien Fuß leben kann wie ein braver Bürger. Hat ja auch eine Haftentschädigung erhalten für “ zu Unrecht erlittener U-Haft. “

Maßlos empören kann folgende Tatsache : Hans von Möhlmann hatte im Internet eine Petition gestartet zur Änderung des § 362 StPO und über 100.000 Unterschriften gesammelt. Dieses Unterschriftenpaket wollte er dem SPD -Justizminister Heiko Maas im vergangenen September übergeben, aber mit seinem Anwalt kam er nur bis zur Poststelle des Ministeriums, die ihm wenigstens den Empfang quittierte. Eine Reaktion von Maas oder sonst wem blieb bis heute aus.

Mit solchen bürgernahen Leuten muss sich der 100%-Martin wegen einem Wahlsieg keine Sorgen machen.

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