Irrfahrt des Bankräubers Jonny

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Heute ist mein Glückstag, triumphierte Jonny innerlich, als er wie ein Verrückter mit dem geklauten Auto über die Straße donnerte, die ihn nach Westen in ein sorgenfreies Leben führte.

Der Überfall auf die kleine Bank in der kleinen Stadt hatte wie am Schnürchen geklappt . Er war jetzt stolzer und unrechtmäßiger Besitzer von einer halben Million Dollar. Das dürfte für ein Leben in Saus und Braus genügen.

Gleich würde er an dem Kreisverkehr ankommen, aus dem er nach rechts ausfahren musste, um nach wenigen Meilen in dem benachbarten Bundesstaat untertauchen zu können. Eh das von seinem Bankraub bei dessen Polizei angekommen ist, wird ein Weilchen dauern, damit spekulierte Jonny. Er wird nie mehr im Knast landen, da war er sich absolut sicher.

Kurz vor dem Kreisverkehr flitzte plötzlich ein Waschbär über die Straße und er ging reflexartig auf die Klötzer, obwohl ihm dieses Vieh oder ein Schaden am Auto egal war, es war nicht seins.

Das Fahrzeug schleuderte gewaltig, fast hätte er sich überschlagen, aber als geübter Fahrer konnte Jonny das verhindern. Allerdings konnte er nicht einen heftigen Anstoß gegen Straßenschilder verhindern, die an der rechten Seite standen. Während die Schilder im Straßengraben landeten, blieb er zum Glück auf der Fahrbahn. Kein anderes Fahrzeug war in der Nähe, also wollte Jonny so schnell wie möglich verschwinden ohne irgendwie aufzufallen.

Den umgefahrenen Straßenschildern schenkte er keinerlei Aufmerksamkeit, hätte er das getan, wäre ihm nicht entgangen, dass die Straße nach rechts gesperrt war und eine Umleitung in gerader Richtung aus dem Kreisverkehr heraus angezeigt wurde.

Mit hoher aber nicht völlig übertriebener Geschwindigkeit fuhr er weiter, bald könnte die hiesige Polizei ihm am A… lecken.

Beim Fahren schaute er immer wieder zu der dicken Tasche, die neben ihm auf dem Sitz lag, gefüllt mit Bündeln von Banknoten. Er konnte es sich nicht verkneifen, ständig ein Dollarbündel in die Hand zu nehmen.

Daher registrierte er auch nicht die Straßenschilder in bestimmten Abständen, die auf die Vollsperrung hinwiesen und zum Wenden aufforderten.

Die große Baugrube direkt vor der Grenze sah er deshalb viel zu spät. Jonny durchbrach mit dem Auto die Absperrung und knallte fast ungebremst gegen die gegenüber liegende Grubenwand.

Bei der hohen Geschwindigkeit gab es einen buchstäblich mörderischen Knall, Jonny wurde, da nicht angeschnallt, durch die Frontscheibe katapultiert, sein Kopf traf auf die Grubenwand, die sich mit Blut und Gehirnmasse verzierte.

Ein paar Geldscheine schossen nach oben, um sogleich lautlos wieder nach unten zu flattern.

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